Was wird in einer Paarberatung gemacht?
Um die Liebe zu retten, müssen die Paare ihre Sprachlosigkeit überwinden. "Ich helfe, die Gespräche zu führen, die Paare führen sollten, aber bisher nicht führen konnten". In einer Paarberatung sollen die Paare authentisch und offen von ihren Schwierigkeiten erzählen und damit den ersten Schritt gehen, um sich wieder näherzukommen.
Es ist eine Methode, bestehende Konflikte zu klären, wenn die Fronten verhärtet sind und die Partner kein Verständnis mehr füreinander haben. Ziel ist, eine negative Paar-Dynamik zu vermeiden, damit die Partner sich verändern und weiterentwickeln können. Es gibt drei Möglichkeiten die Situation zu verbessern; die andere Person verändert sich, man selbst verändert sich oder man verändert die Situation.
"Wir alle bringen unsere Pakete mit: aus der Kindheit, aus der Prägung, frühere Verletzungen. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Wie kommen wir raus aus der Haltung 'Der andere soll mich verstehen' hin zu 'Wo ist mein Veränderungspotenzial?
Welche Fragen werden in der Paarberatung gestellt?
Der Berater übernimmt bei Krisen und Konflikten die Rolle eines Moderators. Er stellt Fragen und lenkt das Gespräch. Manchmal unterbricht er auch.
Zu Beginn fragt der Berater was sich die Partner davon versprechen. Ziel ist, Klarheit über die Beziehung zu erhalten, die Beziehung zu verbessern oder aber auch sie zu beenden.
Außerdem fragt der Berater nach den bestehenden Problemen und was das Paar bereits unternommen hat, um sie zu lösen. Dabei will der Berater auch wissen, wie jeder Partner reagiert und wie er Konflikte wahrnimmt. Zudem gibt er den Partnern Werkzeuge an die Hand, damit sie herausfinden, ob sie die gewünschten Veränderungen auch tatsächlich umsetzen können.
Gibt es den richtigen Zeitpunkt für eine Paarberatung?
Es ist ratsam, sich früh Hilfe zu holen, um eine Verbindung noch sichern und stärken zu können. Denn die wird durch viele schlechte Erfahrungen und wiederkehrende Verletzungen brüchig. Paare, die noch gute Erfahrungen miteinander machen, können die Verletzungen ausgleichen. Eskaliert ein Konflikt, entstehen immer Verletzungen, in der Folge versuchen Menschen sich zu schützen. Dadurch entsteht Stress und der Stress wiederum führt dazu, dass der nächste Konflikt eskaliert.
Wann ist eine Paarberatung noch sinnvoll?
Voraussetzung für eine Paarberatung ist, dass beide Partner sich darauf einlassen und bereit sind, offen über ihre Probleme und Wünsche zu sprechen. Wenn die Partner einander nur noch frühere Verletzungen vorwerfen und von gegenseitigen Schuldzuweisungen nicht mehr lassen können, wird die Paarberatung vielleicht zur Trennungsberatung.
Schädliche Dynamiken durchbrechen
Viele Paare sind bereits in einer Spirale von gegenseitigen Vorwürfen gefangen. Ein Partner möchte sofort einen Konflikt lösen, der andere Partner zieht sich zurück. Daraus entsteht schnell eine Forderung-Rückzugs-Dynamik. Ein Weg daraus kann sein, dass die Partner die Dynamik als gemeinsamen Gegner erleben und nicht mehr einander als Feinde. In der Folge können sie als Team gegen die Dynamik arbeiten.
Beim Partner nachfragen
Ein voller Alltag lässt bei vielen Paaren keinen Platz für romantische Momente. Dann sind es die kleinen Verletzungen, die sich sammeln und aufstaue.
Ganz viele Sätze, die wir im Alltag verwenden, haben natürlich auch einen versteckten Appell. Um den herauszufinden, dazu eignen sich zwei gute Fragen, nämlich: Was bräuchtest du jetzt von mir? Und: Erzähl mir mehr darüber! Dann würde ich wirklich erfahren: Worum geht es jetzt eigentlich? Bin ich einfach müde oder bin ich müde, weil ich so viel mache und das Gefühl habe, du hilfst mir nicht dabei?"
Viele Menschen sind es zudem einfach nicht gewohnt, über ihre Emotionen zu reden. Deshalb können sie diese häufig auch nicht benennen.
Emotionale Nähe ist notwendig
Es braucht emotionale Nähe, um Konflikte lösen zu können. Auf Distanz zu gehen, ist oft eine erlernte Strategie, die zwar dem Individuum hilft, nicht jedoch dem Paar. Findet ein Paar aber Wege, Nähe herzustellen, kommt es in eine Entspannung und kann in Verbindung treten. "Das kann eine Hand sein oder eine Umarmung. Umarmungen ab 60 Sekunden sind wirklich gut. Das funktioniert bei Erwachsenen genauso wie bei Kindern."
Sachebene und emotionale Ebene unterscheiden
Jeder Konflikt hat mehrere Ebenen, doch viele Paare können diese nicht unterscheiden. Bei Konflikten, die eskalieren, gehe es nie um die Sachebene, sondern immer um die emotionale Ebene. Es gehe nie um die Klopapierrolle, sondern immer darum: Was macht es mit mir, dass ich hinterher räumen muss, dass ich dafür verantwortlich sein soll, dass ich nicht gehört werde oder dass ich nicht gesehen werde?
Bereit sein, sich selbst zu verändern
Jeder weiß insgeheim, was man ändern sollte: mehr Aufmerksamkeit, mehr Achtsamkeit, mehr Dankbarkeit oder mehr Zeit miteinander. Warum aber wird das nicht getan? Ich frage oft: 'Wenn Sie jetzt das machen müssten, was müssten Sie dafür lernen?'
Wie wäre es, wenn wir es tatsächlich tun würden? Das ist ein hoher Preis und das ist anstrengend, denn es gibt ja gute Gründe, weshalb man es bisher nicht getan hat. Die Entscheidung, diesen Preis zu zahlen, sich selbst zu verändern und dabei die eigenen Bedürfnisse nicht aufzugeben, die liegt dann bei jedem Partner.